Jens Prüss
Unterschrift von Jens Prüss

Presse



Claus Clemens, Rheinische Post, (18.09.2017)

Jetzt also, kurz vor dem 220. Geburtstag, ein weiteres Kabinettstückchen. Denn als solches kann man den faktenträchtigen Dialog bezeichnen, in den Prüss und die Heine-Katzen eintreten. (…)
Dass der Köbes ein ganz spezieller »Bierservierer« ist, In acht Kapiteln, eingeleitet jeweils mit einem Originalzitat des romantischen Dichters, werden vor allem dessen politische Aussagen auf die aktuelle Wirklichkeit hin gespiegelt. Hier erweist sich Jens Prüss als fast so meinungsstark wie sein großes literarisches Vorbild. (…) Besondere Erwähnung bei diesem lustigen Buch verdient der Einband. Zahlreiche Nachtkatzen, die um Heines Grabstätte streunen, wurden hier von Jacques Tilly, Deutschlands bekanntestem Karnevalswagenbauer, mit Gesichtern heutiger Politiker versehen.




Von Klaus Müller, Kölnische Rundschau (27.04.2016)

Das Fass muss schließlich leer werden

Schriftsteller Jens Prüss hat dem Köbes ein heiteres Portrait gewidmet


Köln. Ober oder Kellner geht gar nicht, dann schon eher »Jesöffschlepper«, aber am liebsten ist Jens Prüss der »Köbes«. Sein Name löst bei dem Schriftsteller gleich ein Kopfkino aus. Zum einen hört er dann das »laszive Klimpern der Geldkatze«, wenn der Köbes durch sein Revier streift, zum anderen das »Klack«, wenn er den feuchten Boden des Bierglases am Kranzrand abstreift, Prüss (…) hat genau hingehört und hingeguckt und dem rheinischen Original ein Büchlein gewidmet. (…) Daraus ist keine trockene Abhandlung geworden. Im Gegenteil, süffig und mit viel Humor erzählt Prüss die beiden Legenden über die Herkunft des Zeremonienmeisters der rheinischen Brauhauskultur, interviewte einen Köbes im Düsseldorfer Brauhaus Schumacher, traf in Köln einen weiblichen »Köbes«, eine sogenannte »Köbine« oder »Kranzmarie«, beleuchtet die Geschichte der rheinischen Brauhäuser und gibt in einem Brauhaus-Knigge Unbedarften nützliche Tipps im Umgang mit dem Köbes. (…) »Sie müssen schon den Deckel aufs Glas legen, sonst geht’s weiter bis zur Besinnungslosigkeit. Mit dem Köbes darüber zu reden, dass Schluss sei, ist riskant«, warnt Prüss. Im Gespräch regiere der Köbes wie ein altes Mütterchen. Er stellt sich taub. Das Fass muss schließlich leer werden.




Facebook-Seite der Brauerei Füchschen (03.06.2016)

Dass der Köbes ein ganz spezieller »Bierservierer« ist, der mit dem landläufigen Kellner nichts gemein hat, muss man alteingesessenen Rheinländern nicht erklären. Altbier-Touristen jedoch sollten sich vor ihrer ersten Bestellung unbedingt mit den Do’s and Dont’s vertraut machen, wie man mit dieser sehr direkten und schlagfertigen Gattung von Servicepersonal in Kontakt treten sollte. Der stadtbekannte Düsseldorfer Autor Jens Prüss hat dazu ein köstliches Buch (DROSTE Verlag) voller Anekdoten und typischen Originalzitaten verzapft, mit präzisen Beobachtungen und Pointen, die einem runter gehen wie ein frisches Füchschen Alt, das selbstverständlich auch gewürdigt wird. Viel Spaß also mit »Köbes«.




Kabarettist Frank Küster, Begrüßungsrede im Uerige (11.04.2016)

Jens Prüss hat in mühevoller, bis an Selbstaufgabe und Leberschaden grenzender Recherchearbeit in hiesigen Brauhäusern Wissenswertes und Erheiterndes zum Thema Köbes zusammen getragen und in eine äußerst lesenwerte und unterhaltsame Buchform gebracht. Und wo, wenn nicht hier wäre er besser aufgehoben, einen kleinen Ausschnitt daraus zum Vortrage zu bringen? – Nirgendwo, richtig.


Frei nach dem Motto »Stell dir vor, es gibt Bier und keiner geht rum!«


Begrüßen wir herzlich

Jens Prüss.




Rainer Morgenroth, RP (17.09.2010)

Die zwei Diven am Rhein

Neues Buch über Köln und Düsseldorf


In seiner psychologischen Studie erkundet Jens Prüss zunächst die Frage, ob alles nur »ein virtuelles Mensch-ärgere-dich-nicht?«-Spiel sei. Mit Hilfe von Geschichtswissenschaftlern begibt er sich auf Spurensuche, analysiert die Bedeutungen des mittelalterlichen Stapelrechts und des »Gemetzel von Worringen«. Die bitterbösen Seitenhiebe erinnern dabei an die sarkastische Geschichtslyrik von Joachim Fernau: »Das kölnische Aufgebot lieferte ... einen verbissenen Kampf; ihr Anführer Gerhard Overstolz verausgabte sich so sehr, dass er am Nachmittag tot zusammenbrach. Mag man gar nicht glauben, wenn man heute den 1.FC Köln so spielen sieht.« Mit ausgesprochenem Wortwitz kommentiert der Kabarettist die historische Entwicklung: »Bisher war doch alles, was aus Köln kam, erste Sahne gewesen: Kölnisches Garn, kölnisches Tuch, kölnisches Salz – kurz alles, was den Zusatz kölnisch trug. (Kölsch, Köln-Rock und Kölner Ring kamen erst später und sind in ihrer Qualität umstritten.)« (...)


Das Experiment hat sich gelohnt, weil der Autor die Streitfrage mit feinster Ironie beantwortet.




Janina Erdmann in: klaaf, Akademie för uns kölsche Sproch (2012)

Düsseldorf vs. Köln – Köln vs. Düsseldorf


Der Autor gibt den Ring frei für den großen Kampf Köln vs. Düsseldorf, oder auch Düsseldorf vs. Köln. Geboren wurde seine Idee nach einem feuchtfröhlichen Abend mit Freunden, der in einem Streit um das Vorrecht der Städte endete. Er schreibt frech, fröhlich, frei, was er denkt und aufgedeckt hat. Das beginnt mit der Suche nach einem Experten, der ihm die Gründe für die Feindschaft der beiden Städte am Rhein erläutern könnte, geht weiter mit sechs Gründen, gekränkt zu sein. Natürlich immer auf eine frische, unangestrengte Art.


Das Buch ist locker und interessant zu lesen, bringt den Leser sogar öfter mal zum Lachen, obwohl und vielleicht gerade weil der Kölner sehr auf die Schippe genommen wird. Man hofft am Anfang des Buches nur, dass es den Düsseldorfern am Ende genau so geht. Tatsächlich deckt der Autor auf, dass Düsseldorf seinen Status als Stadt ganz allein Köln zu verdanken hat (ohne die Schlacht von Worringen gäbe es auch kein Düsseldorf).




RP (15.10.2011)

Dandies und Kölscher Klüngel


Der Kölner an sich und der Düsseldorfer als solcher – wie ticken diese Typen eigentlich? Dies ist eine der Fragen, denen der Düsseldorfer Autor Jens Prüss bei seinen Forschungen nach eventuellen Ursachen für den ewigwährenden Clinch zwischen Kölnern und Landeshauptstädtern auf amüsante Art auf den Grund ging.

Rechtsrheinisch der Düsseldorfer Dandy und linksrheinisch der Kölsche Klüngel. Oder ist diese angebliche Abneigung beiderseits lediglich eine lustvoll am Leben gehaltene liebgewordene Legende? Schließlich ist außer der Schlacht um Worringen zwischen den beiden Städtern nicht viel passiert. Es habe sogar 1850 eine flüchtige Umarmung gegeben, als sie sich gegen Preußen zusammentaten, hatte der Autor recherchiert. (...)

Seine Seitenhiebe gegen die beiden Großstädte waren dabei aber fair verteilt. Eigentlich haben die Bewohner beider Städte eine genetische Übereinstimmung von 98,5 Prozent. Nun sei dies aber auch exakt die Differenz, die den Unterschied zwischen Menschen und Affen ausmache, fährt er in seinen Ausführungen fort. Dann fällt ihm beiläufig ein, dass es in Düsseldorf auch einen Aaper Wald gibt, was die Besucher sehr erheiterte.

Jens Prüss attestierte den Düsseldorfern eine – aus dem Mittelalter resultierende – posttraumatische Beziehungsstörung. Diese beruhe auf Minderwertigkeitskomplexen, die die Bewohner des kleinen Städtchens damals gegenüber dem deutlich größeren und kultivierteren Köln hatten. Spätestens zu Zeiten Jan Wellems waren es dann aber die Kölner, die eine schwere narzisstische Kränkung hinnehmen mussten. Während Düsseldorf unter dem Kurfürsten mit 383 Straßenlaternen im neuen Glanz erstrahlte, sah es in dem zu dieser Zeit heruntergekommenen Köln mit seinen gerade einmal zwei Tranfunzeln ziemlich finster aus. Möglich sei aber auch, dass die eventuellen Zwistigkeiten zwischen den beiden Städten religiöse Wurzeln haben, meinte der Autor. Werde ein Kölner nach seiner Glaubensrichtung gefragt, so komme die Antwort: »Halt normal.« Was selbstverständlich römisch-katholisch meint. Der Düsseldorfer sei da geschmeidiger. Dort kokettieren die Bewohner auch schon mal mit anderen Glaubensrichtungen, wenn diese mehr Annehmlichkeiten versprechen.




Kölner Stadtanzeiger (16.12.2010)

Eine liebevoll gehegte Rivalität


Köln vs. Düsseldorf - Eine Spurensuche


Es soll Kölner geben, die schon in Lachen ausbrechen, wenn sie nur das Wort Düsseldorf hören. Andere, so der Zugleiter des Kölner Rosenmontagszuges, sprechen nur von einem Dorf »irgendwo im Norden«, wenn sie die nordrhein-westfälische Landeshauptstadt treffen wollen. »Ich bin froh, dass ich kein Kölner bin«, gifteten die »Toten Hosen« zurück, als sie den Westerhagen-Song »Dicke« umtexteten (»Kölner schwitzen wie die Schweine«). »Köln ohne Kirchen ist wie Gelsenkirchen« – so tönt es aus Düsseldorfs Altstadt.

Kölner und Düsseldorfer – offensichtlich nicht gerade Freunde. Stelle man die Frage nach dem »Warum« dieser Antipathie, erhalte man oft die Antwort: »Wieso nicht?« – behauptet Autor Jens Prüss und stellt gleich die Frage, ob das Ganze nur ein Spiel sei, ein Geplänkel ohne tiefere Bedeutung. Offensichtlich nicht, sonst könnte man kein Buch darüber schreiben. Prüss, in Düsseldorf aufgewachsen, nähert sich dem Thema mit schöner Leichtigkeit, er sucht nach Wurzeln und Ausprägungen des bierernsten Konfliktes – und er kommt schon auf Seite 24 zur Erkenntnis, dass »der Düsseldorfer Aap und der Homo Colonius« ziemlich gleich aussähen: »Sie fallen durch permanenten Unernst und ein hemmungsloses taktiles Verhalten auf.« Mit dem Unterschied, dass der Düsseldorfer den Fremden bei der Schulter nehme, während der Kölner »ihn mit geschürzter Lippe feucht auf die Wange küsst«. (Besprechung von Carl Dietmar)


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